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Glauben

Wochenspruch für die Woche nach dem 4. Sonntag nach Trinitatis

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Galater 6, 2)

Sie fragen sich, was das Gesetz Christi ist. nun, ganz einfach, im Galaterbrief ist damit gewiss das Doppelgebot der Liebe gemeint: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.

Helft einander, die Lasten zu tragen.“ Denn jeder wird seine Last haben. Glaub nicht, du seist etwas Besonderes und anders als alle anderen. So liest es sich in der Basisbibel und prompt denke ich:

Ist das nicht der Bibelspruch zur Corona-Zeit?

In den ersten Wochen und Monaten waren wir solidarisch und haben aufeinander acht gegeben. Sind zuhause geblieben, haben Abstand gehalten, füreinander eingekauft, im Homeoffice und in der Videokonferenz gearbeitet, Briefe geschrieben, haben uns nicht gesehen, nur gehört und gegenseitig getröstet und geholfen. Ja, jeder trug die Last des Corona Virus.

Angesichts von Fernsehberichten und Zeitungsmeldungen der jüngsten Zeit frage ich mich:

Wie können nun einige Menschen hingehen und meinen, sie seien nicht vom Virus betroffen? Da beklagen jüngere, sie hätten jetzt lange genug wegen der älteren Menschen auf ihren Spaß verzichtet und feiern jetzt wieder ohne Abstand und legen sich Handtuch an Handtuch an die Ferienstrände? Ja, es macht keinen Spaß, Lasten zu tragen. Aber nicht nur die Alten haben Lasten die die jüngeren mittragen. Die ersten, die die Corona-Last mitbrachten, waren junge Urlauber und feiernde Karnevalisten. Hoffen wir, dass nach den Schulferien nicht wieder solche Lastenträger auftauchen. Jesus macht auf jeden Fall niemanden den Vorwurf, anderen besondere Lasten aufzulegen. Er mahnt nur: „Helft einander, die Lasten zu tragen.“ Bleiben wir solidarisch!

Ihre Henny Dirks-Blatt

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