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Glauben

Wochenspruch

2. Sonntag nach Trinitatis

Jesus spricht: »Kommt zu mir, ihr alle,
die ihr euch abmüht und belastet seid!
Bei mir werdet ihr Ruhe finden.

Matthäus 11, 28

Auf dem Foto sehen Sie einen buddhistischen Mönch. Im Jahr 2009 habe ich dieses Bild in einem Kloster im tibetischen Hochland gemacht. Er trägt eine schwere Last und das Joch, dieser lange Balken, ganz ohne schützendes Polster übrigens, mit den beiden festmontierten Wassereimern liegt schwer auf seinen Schultern. Dieser Mönch kam mir in den Sinn, als ich den Predigttext für den 2. Sonntag nach Trinitatis las, aus dem auch der Wochenspruch stammt.
Es ist der „Heilandsruf“.
Jesus sieht die Menschen, wie sie, jeder für sich, mit ihren Sorgen um die Zukunft, wie auch wir sie spüren in diesen Zeiten mit dem Corona Virus, mit ihren Schuldgefühlen aus vergangenen Ereignissen, mit ihrer Mühe um Anerkennung an jedem neuen Tag in Schule, Beruf, Gesellschaft, belastet sind.
Jesus fordert uns auf: Kommt zu mir. Bei mir findet ihr Ruhe, Luther übersetzt: Erquickung.
Wie sehr wir uns das wünschen! Die Impfung gegen Corona, Versöhnung und Aussprache nach langer Zeit, Gelassenheit und Ruhe im Alltag.

Jesus setzt fort mit der Aufforderung: „Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe.“
Wie passt das zusammen: Ruhe und Erquickung und dann ein Joch, dass auf den Schultern liegt?
Jesus sagt: „Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann wird eure Seele Ruhe finden. Mein Joch ist leicht. Und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.“
Ein in diesen Tagen wieder zu Ehren gekommenes Schlagwort ist „Solidarität“. Gemeinsames Handeln wird in der Pandemie großgeschrieben. Solidarität bringt Menschen zusammen, sodass einer des anderen Last mitträgt. Füreinander Einkaufen, Einsamkeit erleichtern durch Musik, Kochen für Benachteiligte,…
Solidarität statt Rassismus und Ausgrenzung; auf den Straßen und Plätzen dieser Welt ist sie in diesen Wochen zu erleben und wird hoffentlich auch weiter aktiv gelebt. Dafür hat sich Jesus sein Leben lang eingesetzt: Solidarität. So sagt er es hier: „Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann wird eure Seele Ruhe finden.“
Es gut meinen mit den Mitmenschen und auf keinen herabsehen - und dabei selbst Ruhe finden, weil die anderen es genauso halten. Das ist das Joch, das Jesus uns auflädt.

übrigens: Der buddhistsche Mönch ist jung und stark und trägt das Brunnenwasser herbei für die Klostergemeinschaft - ganz solidarisch.

Ihre Henny Dirks-Blatt

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