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Glauben

Über das Wecken

HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken. (Psalm 5,4)

Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen. (
Epheser 6,18)

Meine Beziehungen zu meinem Wecker sind durchaus zwiespältig. Gelegentlich nervt er: wenn der Abend zu lange gedauert hat und eine weniger erfreuliche Aufgabe auf mich wartet. Manchmal kann ich seinen Weckruf kaum erwarten, auch wenn es noch sehr früh am Tag ist: dann kündigt er ein Ereignis an, auf das ich mich besonders freue. Schließlich gibt es noch den Weckruf mitten am Tag, der mich an etwas erinnert, was ich auf keinen Fall vergessen will.

Genau solch einen Wecker gibt es auch als gleichsam öffentliches Ereignis seit U(h)r-Zeiten: Das sind die Glocken unserer Kirchen. Sie erinnern uns an das, was sonst im Alltag schnell untergeht. Meine Tätigkeiten kurz unterbrechen, innehalten, an Gott und meine Mitmenschen denken – das schafft Raum für neue Konzentration, Kreativität und Gelassenheit. Es sind heilsame Unterbrechungen.

Achten Sie mal drauf – unsere Glocken läuten auch (aber nicht morgens um drei …).

Ihr Joachim Lauterjung

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Foto: epd bild