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Glauben

Der Schrei

Der HERR erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not. (5. Mose 26,7)

Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? (Lukas 18,7)

Der ganze Mensch wird für sich selbst angesichts größter Not und Verzweiflung zum Fragezeichen. Das ist die Botschaft des bewegenden Bildes von Edvard Munch aus dem Jahr 1910. Die nur angedeutete Form des Körper gewordenen Fragezeichens wiederholt sich in der Grenze zwischen Grün (Land?) und Blau (Meer?). Und das Rot-Orange des Himmels ist alles andere als romantisch. Bedrohlich schwankt die Stimmung zwischen Glut und Unwetter.

Die (Lebens-)Schiffe mitten auf dem Meer sind vom rettenden Ufer um Welten entfernt. Und der Schreiende ist zutiefst einsam, obwohl am Ende des Steges zwei Männer stehen. Haben sie ihm den Rücken zugewandt? Ist sein Schreien stumm? Ist die Lebensfrage zu groß für menschliche Herzen?

„Herr, Gott, höre mein Gebet!“

Dass wir nicht ohne Antwort bleiben, das ist die Verheißung unseres Gottes. Auf ihn zu hoffen, ist das, was trägt. Bei Tag und bei Nacht. 

Ihr Joachim Lauterjung

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Edvard Munch: Der Schrei (Munch Museum Oslo)