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Glauben

Gedanken zum Monatsspruch im Februar

von Henny Dirks-Blatt

Gott hat euch zu einem hohen Preis freigekauft. Werdet jetzt nicht unfreie Diener von Menschen! 1. Kor. 7,23 (Basisbibel)

Ein beliebter Taufspruch lautet:  „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Die große Freiheit der Kinder Gottes wird in diesem Psalmvers sichtbar.  Keine Enge, keine Fesseln hindern mich, so zu leben, wie ich es als Geschöpf Gottes seinem Willen gemäß kann. Ja, Gott hat mir Regeln an die Hand gegeben. Zehn Gebote, nicht als einschränkende Verbote, sondern als Gebote für die Freiheit, erhielten die von Gott aus Ägypten befreiten Menschen am Sinai. Zusammengefasst im höchsten Gebot ist es ein Aufruf zur dreifachen Liebe: Gott, deinen Nächsten und dich selbst sollst du lieben. Die dir von Gott geschenkte Freiheit ist auch immer die Freiheit der anderen. Jesus Christus lebte diese Freiheit, dabei war ihm Menschenleben wichtiger als formale Vorschrift, der einzelne Suchende wichtiger als die Meinung der vielen. Gott stellt unsere Füße auf weiten Raum, wir aber lassen Zäune und Mauern aufstellen und engen uns ein. In dem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ lesen wir, wie Menschen am Ende ihres Lebens merken, dass sie die Freiheit einbüßten, weil sie selbst oder andere sie ihnen nahmen oder einschränkten: „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“, „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt,meine Gefühle auszudrücken“, „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“. Wer hat sie gehindert? Ja, andere Menschen mit ihren Meinungen und Wertvorstellungen und Ansprüchen und: sie selbst, mit ihrer Bereitschaft, unfreie Diener von Menschen zu werden. Davor sind wir alle nicht gefeit. So können wir aus diesen Erfahrungen lernen, wie es passiert, unfrei zu werden, weil wir uns von Mitmenschen abhängig machen. Jesus hat uns die Barmherzigkeit Gottes und die Möglichkeit umzukehren und neu anzufangen verkündet, wenn wir uns verlaufen haben. Er schenkt uns immer wieder die Befreiung aus den „gottlosen Bindungen dieser Welt“. Freisein als Kind Gottes heißt: die Füße im weiten Raum in Bewegung setzen, gehen, suchen, finden, wie wir im Sinne Jesu leben können. Und zwar nicht irgendwann, sondern wenn es an der Zeit ist, jetzt. Deshalb hören wir im März im Monatsspruch den Aufruf: Bleibt wach!